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Geschichten aus vergessenen Königreichen, Teil 2 ist ein Buch in Divine Divinity. Es ist im Easter-Egg-Raum mit der Larian-Rüstung zu finden.

Inhalt[]

Teil II

GESCHICHTEN AUS VERGESSENEN KÖNIGREICHEN

Dann wandte sich Ulath wieder Eolus und dem Zwerg zu, der sich ihnen als Krasnegar vorgestellt hatte. Auf Eolus´ Bemerkung bezüglich einer Möglichkeit, dem schlechten Wetter auszuweichen, runzelte er nachdenklich die Stirn, als überlege er, ob er dazu etwas sagen solle oder nicht... "Was wollt ihr denn hier? Hat Sam Euch zu mir geführt? Wo ist der alte Schwarzbrenner überhaupt? Kommt mit rein! Es fängt bald an zu regnen!" Mürrisch schaute der Zwerg von dem einem zum anderen. Mit keinem Wort bedankte er sich bei den Helden für ihre Hilfe. Hätten sie ihn näher gekannt, so hätten sie gewusst, dass die Einladung in seine Hütte schon eine ungewöhnlich hohe Auszeichnung für sie war. Verächtlich gab er der Leiche vor seinem Eingang im Vorbeigehen einen heftigen Tritt. Die Gruppe folgte dem Zwerg in die Behausung, die sich glücklicherweise Innen als wesentlich geräumiger herausstellte, als sie von außen aussah. "Ich bin nicht auf so viele Besucher vorbereitet. Ich hab' nicht so viele Stühle. Ein paar von euch werden sich auf den Boden setzen müssen." Genaugenommen gab es in der Hütte genau EINEN Stuhl, auf den sich der Zwerg nun selber setzte. Ulath tauschte mit Thorwyn einen amüsierten Blick, und beide setzten sich vor dem Zwerg auf den Boden, was ihre Köpfe nun in etwa auf gleiche Höhe brachte.

Nun folgten auch Sajet, Aidan, Derlaf, der Streuner und der Fuchs etwas zögernd der Aufforderung und setzten sich hin. Xera blieb in der Nähe der Türe stehen und Eolus war zu stolz, sich auf den nackten Boden herabzulassen. Bärenpfote trottete zu Krasnegar und begann, seine Hand zu lecken. Da er allerdings ignoriert wurde, schlich er bald wieder zurück zu Aidan und ließ sich neben ihm nieder. Krasnegar machte Ulath als wahrscheinlichen Anführer aus, vor allem, weil die anderen den Thirvalder nun erwartungsvoll anblickten. "Einen guten Schluck, Sir?" Krasnegar nickte befriedigt, als er sah, wie Ulath sich bei diesen Worten mit der Zungenspitze über die Oberlippe fuhr. Aaaaaah, bei Ingris, ein Kenner! Das waren ja gute Aussichten für den Rest des Tages! "Da hinten in der Ecke steht ein kleines Fass, Junge. Und ein paar Becher." sagte Krasnegar und blickte in die Richtung von Aidan. Aidan sprang auf und auch Thorwyn erhob sich. Das Fass war so ziemlich randvoll mit einer klaren, stechend riechenden Flüssigkeit gefüllt. Thorwyn verzog bei dem Geruch das Gesicht. Bacchus sei ihnen gnädig. Sie würden Ulath bis zum Lindwurm "tragen" müssen. Soviel war mal klar!

"So, einen echten Drachen wollt ihr jagen, was? Kinder, Kinder! Der macht Hackfleisch aus euch! Ihr grünen Jungs, ihr habt ja keine Ahnung, auf was ihr euch da einlasst!" "Ach wassss! Wiwiwiwiwir werden ihm schon - *Hicks*, 'tschuldigung - beikommen, werden wir schon!" Ulath konnte sich nicht so recht erinnern, wann der ZWEITE Zwerg überhaupt gekommen war. Doch tapfer hielt er immer Blickkontakt mit dem kleinen Kerl in der Mitte.

Von draußen hörte man ein gewaltiges Donnergrollen. Nun würde es nicht mehr lange dauern, bis es anfing zu regnen.

"Können Sie uns vielleicht sagen, wo wir einen geeigneten Führer durch die Berge herkriegen können?" fragte Thorwyn. Genau wie alle anderen - außer Ulath und dem Zwerg - hatte er nur sehr wenig von dem scharfen Zwergenschnaps konsumiert. Aidan hatte nur einmal kurz genippt und Xera sogar vollständig auf den Genuss verzichtet. "Nun, normalerweise wü-ürde ich e-euch Sam als Führer empfehlen! Keiner kennt, ähem kannte die Berge so wie Sam! Aber den habt ihr ja bereits beerdischt! *Hicks* Schande, wer bringt mir denn jetzt meinen Schna-aps hier raus? -- Nun, es gäbe außerdem die Möjlichkeit, einen Gollgräber aufzussuchen. Aber nun... und vor allem bei dieser Gesellschaft, kann ich davon nur abraden!" Krasnegar nickte kurz in Richtung der Waldelfe, die er bislang geflissentlich "übersehen" hatte. "Bei dem Sauwetter könnt ihr die nächsten Tage sowieso nicht wei... WAS WAR DAS?"

Mit einem Mal war Krasnegar scheinbar wieder stocknüchtern. Alle Köpfe waren herumgefahren, als draußen vor der Türe ein dumpfes, lautes Poltern zu vernehmen war. Bärenpfote begann laut zu knurren. Ulath wollte - seinen Kriegerinstinkten folgend - schnell auffahren, doch seine, vom Schnaps benebelten Sinne ließen ihn bei der plötzlichen Bewegung schwanken. Dabei kam er dem Zwergen in die Quere, der bereits in Richtung Türe stürzen wollte. Auch Thorwyn und der Fuchs wurden von dem Menschenknäuel, bestehend aus Thirvalder und Zwerg, umgerissen.

Eolus rührte sich nicht und schaute nur verblüfft und vor Überraschung erstarrt in Richtung des Hütteneingangs. Es war Sajet, die, Xera aus dem Weg stoßend, als erste mit gezogenen Krummschwertern vor der geschlossenen Türe stand. Derlaf war wie von Geisterhand geführt plötzlich neben der Türe aufgetaucht und riss sie auf. Der Streuner machte sein Wurfmesser bereit. Sajets Muskeln spannten sich...

In dem Moment als die Türe aufflog, erhellte ein Blitz die mittlerweile dunkle Landschaft. Verblüfft schauten alle im Inneren der Hütte auf die Türschwelle und registrierten unvermittelt das Unerwartete. Die Leiche des Mannes, die direkt vor der Türe gelegen hatte, war nicht mehr da! Ein weiterer Blitz erhellte die Szenerie und beinahe zeitgleich ertönte das laute Krachen des Donners. Und als hätte Efferd alle Himmelsschleusen auf einmal geöffnet, begann ein wilder Platzregen auf die Hütte niederzuprasseln...

"Verflucht... wir hätten schauen sollen, ob er noch lebt!" Eolus strich sich bedächtig über seinen Bart. Ihm war die Sache etwas suspekt, weswegen er sich an den anderen vorbeischob und mit den Worten: "Ich kümmere mich drum." die Hütte verließ. Die anderen konnten beobachten, dass der Regen auf der Robe abperlte. Dann verschwand er. Nur als ein Blitz die Landschaft erhellte konnten sie ihn noch einmal als dunkle Silhouette sehen.

Eolus schärfte seine Sinne, weit konnte der Typ nicht gekommen sein. Also hieß es vorsichtig den Wald betreten. Er ließ seinen Zauberstab "Jendron" fallen und griff im selben Augenblick zu "Fendron", dem geweihte Schwert, welches auf seinem Rücken hing. Dann strich er sich über die Augen und im selben Augenblick konnte er die Figur hinter einem Gebüsch entdecken. Er schaute sich um, dann nahm er "Fendron" fest in die Hand und rief zum Busch hinüber: "Ergebe dich, dann werde ich dich verschonen. Du wirst der rechtmäßigen Obrigkeit übergeben und wirst durch sie deine gerechte Strafe erhalten. Kämpfe und du wirst sterben."

Im Gebüsch regte sich etwas... Mit einem Aufschrei kam der Räuber auf Eolus zugesprungen. "Du wirst sterben, so oder so..." zischelte er Eolus zu. Geistesgegenwärtig wich Eolus dem Messer welches der Angreifer in der Hand hielt aus. Dann drehte er sich blitzschnell herum und zielte auf die linke untere Seite des Räubers. Dieser ließ das Messer zu der Seite zucken merkte den Richtungswechsel des Schwertes aber zu spät. Gurgelnd fiel er in sich zusammen als das Schwert sein Herz durchbohrte. Mit offenen Augen schaute er Eolus an, der zu ihm sagte: "Fahr in die Niederhöllen für deine Taten." Dann setzte er den Fuß an und zog das Schwert heraus. Der Räuber starb.

Eolus wischte sein Schwert an den nassen Sachen des Räubers ab. Dann verscharte er ihn. Danach steckte er "Fendron" wieder in seine Scheide und streckte seine Hand in Richtung Waldanfang aus wo sein Stecken sich hin- und herzappelnd in die Lüfte bewegte und zu ihm kam. Dann ging er zurück zu Hütte. Er schritt sie im Kreis herum ab und betrat dann wieder die Hütte. Wortlos stellte er sich wieder an seinen Platz und bedeutete den anderen weiterzumachen wo sie aufgehört hatten. Die Hütte würde von außerhalb heute niemand mehr betreten, sie waren also bis zum Morgen sicher, vor jeder magischen wie auch menschlichen Überraschung.

Thorwyn warf einen Blick auf Ulath. "Na heute wird wohl nichts mehr werden mit Pläneschmieden," dachte er. Krasnegar wirkte zwar etwas nüchterner, aber in Anbetracht der gerade überstandenen Kämpfe und war es wohl besser bis zum Morgen mit dem Planen zu warten. "Ich schlage vor wir suchen uns hier jeder auf dem Boden einen Schlafplatz und diskutieren morgen weiter" sagte er zu den anderen. "Aidan könnte uns noch ein paar Lieder singen, natürlich nur wenn unser Hausherr nichts dagegen hat!" Thorwyn blickte fragend zu Krasnegar. "Soll ich Euch vielleicht bei dem Regen vor die Tür setzen? Ein Barde in meinem Haus ist doch auch mal was. Macht es Euch gemütlich, mehr Platz hab ich nicht und zu Essen auch nicht so viel, dass es für mehrere Tage für Euch alle reicht!" Krasnegar schaute etwas grimmig aber nicht unfreundlich auf den Barden. Er winkte zu Thorwyn und zeigte auf das Regal in der Ecke: "Dort ist ein wenig Brot und Äpfel die kannst Du austeilen, Wasser ist in dem Fass daneben, für die, die keinen Schnaps wollen". Thorwyn verteilte Wasser und Schnaps und alle machten es sich gemütlich.

Aidan setze sich aufrecht hin, stimmte sein Instrument und begann einige seiner Lieder vorzutragen. Die anderen saßen oder lagen auf den Boden lauschten den Liedern und verzehrten ihre eigenen und die Vorrate des Zwerges. Xera nahm sich vor am nächsten Tag mit dem Fuchs oder dem Streuner auf die Jagd zu gehen, um die Vorräte der Zwerges wieder aufzufrischen. Zwar war sie Zwergen gegenüber etwas misstrauisch, aber dieser hier schien friedlich zu sein. Ulath war der erste der schlief, auch die anderen wurden schnell müde. Sajet raffte sich auf: "Ich denke wir sollten trotzdem eine Wache aufstellen." "Nicht nötig" sage Eolus "ich habe die Hütte magisch geschützt. Man kann nur hinaus und nicht herein. Also wenn einer von Euch rausgeht muss er draußen bleiben bis morgen früh zum Sonnenaufgang." Der Fuchs grübelte, na ja, er würde sich zum Zeitpunkt seiner Verwandlung hinausschleichen, falls einer noch wach war und die Gefahr bestand, dass sie es merkten. "Also lasst uns schlafen" Aidan steckte die Laute zurück in ihre Hülle und versuchte es sich auf dem harten Boden bequem zu machen. Na ja, wenigstens was es warm und trocken, auf ein Bett durfte er in nächster Zeit wohl nicht hoffen.

Der alte Zauberer hatte die ersten Ausläufer der Berge erreicht. Das aufziehende Unwetter verhieß nichts gutes. Wie ein böser Schleier umschlangen die Wolken seinen Geist. Er musste sich stark konzentrieren, um die aufsteigende Unsicherheit niederzukämpfen. Er brauchte jetzt alle seelische Kraft, um dem nahende Unheil entgegentreten zu können. Der "Oger-Zwischenfall" hatte ihm einen Vorsprung von ca. einen Tag verschafft. Ohne es zu wissen, hatte die Prinzessin mit ihrem Eingriff in die Geschichte ihm einen Vorteil verschafft. Im Vergleich mit den Mächten, denen er bald gegenübertreten musste, war sie das kleinere Problem. Er hoffte, dass die Heldengruppe ihm beistehen konnte, wenn er auch den schwierigeren Teil allein bewältigen musste. Jedoch erhoffte er sich, dass "Seine" Aufmerksamkeit durch sie etwas gestört wird. Wenn er fehlen würde, dann würde viel Unheil über das Land kommen, und "sie haben nichts anderes als Gold und die Liebe der Prinzessin im Kopf". Noch etwas anderes bereitete ihm Kopfschmerzen. Durch seinen Eingriff feuriges Eingreifen befürchtete er, dass sie ihn als Feind ansehen könnten. Er setzte sich unter einen Felsvorsprung am Waldesrand und schickte mit den Wolken seine Träume nach Krasnegars Unterkunft. Er war sich sicher, dass sie sich im Moment bei dem Zwerg befinden würden. "Mögen die Träume ihnen einen Vorgeschmack auf die Zukunft geben."

Der Streuner schlief unruhig. Mehrmals sogar wachte er auf. Er schlief nahe der Türe, denn er hatte Angst, im Falle eines Feuers nicht mehr rechtzeitig zur Türe hinauskommen zu können und elendiglich zu verbrennen. Das war also eine Gewohnheit von ihm, nahe der Türe zu schlafen. ...Und einmal wachte er tatsächlich schweißgebadet auf! Es brannte! Er hatte es genau gespürt! Schnell, zur Türe! Wasser holen! Die anderen wecken! Er schrak auf, und...da war nichts. Er hatte sich das alles nur eingebildet. Im Gegenteil, es war sogar relativ kalt in der Hütte, denn Nachts war es immer kälter. Alle schliefen ruhig, als wäre nichts gewesen, nur der "Fuchs" fehlte...

Als er weiterschlief, träumte er von dem Drachen, und ganz zuletzt von einem Einhorn, das ihm beruhigend mit sanfter Stimme zuflüsterte: "Mach dir nichts draus! Träume können Hinweise auf Vergangenes oder die Zukunft sein, aber sie sind vergänglich! Schlaf jetzt, denn Morgen wird ein langer Tag!"

In dieser Nacht verlor der Zauber des Einhorns seine Wirkung.

Es dämmerte schon langsam als Xera erwachte. In der Hütte roch es nach einer Mischung aus Schweiß und Alkohol. Auf jeden Fall nicht sehr angenehm für eine Elfennase! Xera beschloss, vor die Tür zu gehen und ein wenig frische Luft zu genießen. Der Regen hatte aufgehört, obwohl der Himmel weiterhin mit Wolken verhangen war. Weit sehen konnte man nicht. Dicke Nebelschwaden zogen durch dir Bäume. Xera ging in Richtung Wald. Sie hatte gestern eine kleinen Bach bemerkt und beschloss sich zu erfrischen. Das kalte Wasser vertrieb ihre Müdigkeit und so beschloss sie, eine Weile nach Kräutern und Wild Ausschau zu halten. Auch im Bach hatte sie gelegentlich eine Bewegung bemerkt. Es konnte Fische geben. Vielleicht reichte es für ein Frühstück für alle. Aber der Nebel und die schlechte Sicht verhinderten eine erfolgreiche Jagd. Ein paar Beeren wuchsen am Rand des Baches, aber nicht genug für alle, aber Xera reichte es als Frühstück. "Die Jagd muss wohl verschoben werden bis der Nebel sich etwas gelichtet hat," dachte Xera und lief zur Hütte zurück.

Als der Streuner aufwachte, war ihm die Luft im Haus so stickig, dass er nach draußen musste, frische Luft holen. Draußen standen schon Xera und der Typ, den alle "den Fuchs" nannten. "Warum bist du draußen gewesen? Du wusstest doch, dass anschließend keiner mehr rein kann!?" fragte der Streuner den "Fuchs". "Na ja," sagte der, "ich musste mal mitten in der Nacht raus. Ein dringendes Bedürfnis trieb mich hinaus." "Was für ein 'Bedürfnis'?" fragte die Elfe, die diesen Ausdruck noch nicht kannte. "Na ja, ich musste mal mich 'erleichtern', das eben, was alle Menschen machen, wenn sie auf der Toilette sind!" antwortete er. Nach und nach kam der Rest aus der Hütte heraus. Nun traten auch Sajet und Thorwyn aus dem Eingang der Hütte und flankierten ihren Gastgeber. "Wie kommen wir von hier aus weiter?" fragte Thorwyn gerade. "Ihr haltet Euch am besten immer Richtung Gebirge. Nach etwa 4 Stunden erreicht ihr ein kleines Rinnsal. Dem müsst ihr nun eine Strecke weit folgen, bis ihr an den Eingang einer Schlucht gelangt. Dieser müsst ihr folgen. Sie steigt immer weiter an, bis sie zu einem weiten Plateau ausläuft. Dort haltet ihr euch etwas östlich um die erste Goldgräber-Siedlung zu vermeiden und dann..." "Bei Reshtolla!" unterbrach Sajet die Beschreibung des Zwerges. "Wir benötigen in jedem Falle einen Führer. Glaubt ihr nicht, die Goldgräber ließen sich überreden?" "Ich rate Euch dringend davon ab, Kontakt mit dem Gesindel aufzunehmen. Denen kann man schon normalerweise kaum trauen, aber momentan wäre es reiner Selbstmord es zu versuchen..." "Könntet Ihr uns nicht führen...?" fragte nun Thorwyn verzweifelt. "Warum sollte ich? Was hab' ich im Gebirge verloren?" Krasnegar zog eine wilde Grimasse. "Außerdem kann ich mir besseres vorstellen, als mit Eurer Gesellschaft auf eine Abteilung Gräber zu stoßen..." Krasnegar warf der Elfe, die gerade Aidan dabei half, seinen Leder-Rucksack in eine relativ bequeme Wander-Position zu rücken, einen kurzen Blick zu. "Aber wir halfen Euch..." begann Thorwyn. "Ich habe Euch nicht darum gebeten!" "Aber..." "Nix aber. Was für eine Schnapsidee, einen Drachen herauszufordern... Bei Igrimms Schmiede!" "Nun, dann müssen wir eben alleine versuchen, den Zwergen zu helfen..." murmelte Sajet und warf Krasnegar einen heimlichen Blick aus den Augenwinkeln zu. "Wie war das? Was für Zwerge?" Ihr Gastgeber schien auf den Köder anzuspringen. "Nun, wir hörten, der Drache hätte eine ganze Gruppe Zwerge in sein Höhlensystem gesperrt und zwänge sie nun, Golderz für ihn zu schürfen..."

Krasnegar blickte Sajet mit skeptisch zusammengekniffenen Augen an. Was erzählte diese Frau denn da... Sie versuchte doch eindeutig, ihn zu manipulieren. Obwohl, es könnte schon sein, dass sie Recht hatte. Er hatte auch bereits Geschichten von verschwunden Zwergensippen gehört, die angeblich von Drachen gefangengehalten wurden. Konnte das wahr sein? Und war nicht das Nachbardorf damals ebenfalls unter den Verschwundenen gewesen. Man musste ihnen helfen! Proviant für den Winter hatte er noch in einer Kammer unterhalb seiner Hütte gelagert. Er musste sein altes Kettenhemd noch etwas ausbessern und sein Jagdmesser schleifen und... Moment mal! Jetzt dachte er ja bereits daran, mit diesen Verrückten auf irgendeine noch verrücktere Jagd auf einen Drachen loszuziehen. "Mann, Kras, was bist Du nur für ein sentimentaler alter Trottel." Sein Gesicht versteinerte. "Auf keinen Fall werde ich Euch führen! Ich bin doch nicht wahnsinnig. Bei Igrimm!" "Lass es bleiben, Sajet!" meinte Thorwyn und zuckte mit den Schultern. "Der Zwerg ist einfach schon zu alt, für so eine Aufgabe! Das muss man verstehen..." "WAAAAAS! Du junger Spund. ICH zu ALT? Das ist doch... Ich habe mehr Kampferfahrung in meinem kleinen Zeh, als Du Dir auch nur entfernt vorstellen kannst. Demnächst erzählst Du noch, ich würde mich vor der Aufgabe fürchten, was? Na, Du wirst schon sehen. In einer Stunde brechen wir von hier auf. Ob DU dann nun fertig bist, oder nicht... WIR werden dann nicht auf Dich warten... Zu alt... Was für ein Unsinn..."

Krasnegar wendete sich dem Eingang seiner Hütte zu, und begann - immer noch murrend und schimpfend - einen ledernen Rucksack fertig zu machen, Vorräte aus seiner Bodenkammer zu holen und ein altes Kettenhemd hervorzukramen. Sajet und Thorwyn sahen sich grinsend an, und Thorwyn zwinkerte der Südländerin verschmitzt zu.

Er war tot! Ganz und gar tot! Toter als tot! Oder wenigstens beinahe! Er war so wenig lebendig, wie es gerade noch möglich zu sein schien! Der Hüne mit der tiefen Stimme war so erschöpft, hatte sich so verausgabt, dass jeder seiner flachen Atemzüge fast zuviel für ihn zu sein schien. Er hatte seine gesamte Magie eingesetzt und noch mehr. Und zwar so viel, dass er die Anstrengung beinahe mit seinem Leben bezahlt hätte. Nachdem er das Messer von diesem verdammten Zwerg in seinem Rücken gespürt hatte, war er das erste Mal zusammengebrochen. Diese verdammten Hunde hatten ihn bereits für tot gehalten, nachdem seine Leute den feigen Rückzug angetreten hatten. Sein Glück! Er lag lange Stunden auf der Türschwelle, während sich die Wunde langsam von selbst geschlossen hatte. Er war danach schon ziemlich geschwächt. Leider war er dann bei dem Versuch sich aufzurichten, mit einem lauten Knall gegen die Holztüre gestoßen. Jetzt musste er sich aber beeilen. Das Geräusch hatten sie im Inneren mit Sicherheit gehört. Mit einer gewaltigen Energieleistung hatte er sich von der Hütte fortgeschleppt. Zum Glück fiel ihm dann noch sein Heiltrank ein, den er immer für Notfälle mit sich führte. Er war verdammt teuer gewesen, aber nun hatte er sich mehr als bezahlt gemacht. Er schluckte ihn. Nun würde es nicht mehr lange dauern, bis ihn neue Energie erfüllen würde. Er hatte den mit Büschen bewachsenen Waldrand erreicht und durchbrach den grünen Gürtel. Von einem Verfolger war bislang noch nichts zu sehen. Waren die Hunde etwa taub? Na, ein Glück...

Da öffnete sich die Türe und ein heller Lichtschein fiel vom Inneren nach draußen. Es war schon ziemlich dunkel. Da erhellte ein greller Blitz die Umgebung und der Regen begann. Eine einzelne Gestalt entfernte sich vom Eingang der Hütte. Eine Kutte kam auf den Waldrand zugeschwebt, in der Hand trug sie einen langen Stab. Ein "Odem Arcanum" verriet ihm, dass der Mann tatsächlich ein Magier war, und nicht nur einer dieser Hochstapler, die glaubten, eine Robe würde ihnen Furcht und Respekt einbringen. Jetzt wurde es noch einmal gefährlich...

Jetzt rief ihn der Näherkommende an, er solle herauskommen und sich ergeben. War dieser Kerl tatsächlich so naiv? Doch er wusste auch, dass ihm zu einem magischen Duell auf Dauer in seinem momentanen Zustand die Kraft fehlte. Der fremde Magier hatte mittlerweile den Wald erreicht und zog ein Schwert. Da kam ihm die Idee, wie er handeln würde. Es würde ihn zwar seine gesamte astrale Energie kosten und wahrscheinlich auch noch mehr... Er riskierte dabei eindeutig sein Leben, aber es musste sein...

Als der fremde Magier den Kampfplatz verließ, mit der ganz festen Überzeugung, seinen Feind endgültig getötet zu haben, betrachtete der Hüne noch einmal kurz den völlig zerstückelten, toten Hasenkörper, der auf dem Waldboden lag. Sein Gesicht verzog sich kurz zu einem gequälten Grinsen, bevor er völlig erschöpft zu Boden stürzte, von wo er sich erst viele Stunden später wieder erheben sollte...

Während der Zwerg seine Sachen suchte, bereiteten sich auch die anderen auf die Weiterreise vor. Der Zwerg hatte ihnen noch einiges von seinen Vorräten geopfert, so dass sie erst einmal für 1-2 Tage ausreichend Nahrung hatten. Krasnegar kam brummend wieder aus seinem Haus: "Trotzdem ist immer noch nicht geklärt wie wir heil durchs Gebirge kommen wollen! Es gibt 2 Wege, der eine ist mit einer Elfe nicht begehbar und auf den anderen bringen mich keine 10 Pferde." Ulath frage: "Welche 2 Wege, kannst Du das näher erläutern, das mit der Elfe hast Du schon angedeutet, was ist los?" Krasnegar setzte sich mürrisch auf einem Baumstamm vor seinem Haus, den er wohl gern aus Bank benutzte und zündete sich seine Pfeife an. "Es gibt 2 mögliche Wege durchs Gebirge. Der eine ist anstrengend und dauert fast 2 Tage, der andere relativ bequem und dauert ca. 12-14 Stunden. Der erste ist mit einer Elfe nicht begehbar. So nach ca. 3-4 Stunden Weg erreicht man eine Goldgräbersiedlung. Vor einigen Tagen wurde eine ihrer Siedlungen von einer Waldelfengruppe angegriffen, heißt es. Seitdem jagen sie Elfen. Also wenn ihr die Elfe zurücklasst könnten wir riskieren dort lang zu gehen, allerdings sind wir vor Übergriffen nicht sicher, da die Goldgräber in jeder bewaffneten Truppe Feinde sehen, die ihr Gold wollen. Eine kleine, harmlos aussehende Gruppe hat sicher keine Probleme. Man muss sie verstehen, sie wurden schon oft von durchziehenden Banden überfallen! Ich vermute sogar, dass der angebliche Überfall der Elfen nur von einer anderen goldgierigen Bande fingiert wurde. Ich habe noch nie Elfen im Gebirge gesehen. Sie wissen doch gar nicht was man mit Gold und Erzen alles Schönes machen kann. Sie verwenden ja nicht mal Stahlspitzen für ihre Pfeile! Na ja, Hasen kann man auch mit Holzpfeilen jagen!

Der andere Weg, nun ja. Vor ca. 400 Jahren begannen Zwerge hier in der Gegend nach Gold zu suchen. Es entstand ein Großes Bergwerk am Fuße des Gebirges, was sich weit in den Berg erstreckte. Nach weiteren hundert Jahren stießen die Bergarbeiter aus ein natürliches Höhlensystem, was noch weiter in das Gebirge führte. Durch Vermessungen wurde festgestellt, dass es bis fast ans andere Ende des Gebirges ging. Also gruben die Zwerge weiter viele Jahre, bis ein Ausgang auf der anderen Seite geschaffen wurde. Der Weg durch den Berg wurde ausgebaut, und zum Teil sogar von Händlern benutzt. Ja so weit so gut. Nur haben wir dann Seitenstollen gegraben und sind dabei auf eine weitere natürliche Höhle gestoßen. Von den Zwergengruppen, die zur Erforschung der Höhle ausgeschickt wurden, ist nie eine zurückgekommen, und mehr noch! Seitdem verschwanden in unserem bisherigen Höhlensystem immer wieder Zwerge, so viele, dass wir vor ca. 50 Jahren beschlossen, uns aus der Höhle zurückzuziehen und sie nie wieder zu betreten.

Ich kann Euch einen Plan der Höhle zeichnen, aber ich betrete die Höhle nie wieder. Im Prinzip ist es nicht schwer den Weg zu finden. Man muss sich immer an der rechten Wand halten. Da gibt es zwar drei Abzweigungen, aber das sind nur kurze Sackgassen, weil es da nur totes Gestein gab. Nach 3-4 Stunden kommt man in einen gut belüfteten ehemaligen Ruheraum, wo es Steinbänke und eine Feuerstelle gibt. Dann geht der Gang ein kleines Stück weiter und führt in das natürliche Höhlensystem. Es sind mehrere Hohlräume die sich wie eine Perlenschnur aneinander reihen. Wieder muss man sich rechts halten. Auf der linken Seite gehen viele Wege weg, die in Abbaustollen führen. Ihr würdet Euch darin hoffnungslos verlaufen. In der größten der Höhlen, ihr erkennt sie an einem kleinen natürlichen Wasserfall, ist der Weg, der zu dem zweiten System führt, wo unsere Leute verschwunden sind. Danach kommen noch zwei kleine Höhlen. In denen solltet ihr unbedingt die Pilze an den Wänden beachten, ich hoffe, es gibt sie noch. Man kann sie essen, sie ergeben ein gutes Heilmittel, aber nicht mehr als zwei Pilze, sonst führen sie zu Halluzinationen. Man kann sie zu einem Brei verarbeiten und auf Wunden geben, um Wundbrand zu verhindern und die Heilung zu beschleunigen, und man kann sie trocknen und zu Pulver verarbeiten, was immer noch die selbe Wirkung hat. Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn ihr mir einige besorgen könntet. Nach diesen kleinen Höhlen kommt wieder der von Zwergen erschaffene Weg, er führt ohne weitere Seitenstollen ans andere Ende des Gebirges. Vom Ausgang geht es ein kleines Stück bergab und man gelang wieder auf den Hauptweg, ganz in der Nähe ist ein See wo es viele Fische gibt. Ein guter Platz für eine Rast."

Krasnegar stand auf schnappte seinen Rucksack. "Gehen wir erst mal los, bis zum Rand des Gebirges und dem Höhleneingang sind noch 4 Stunden Weg und genug Zeit um Pläne zu schmieden. Wenn alles gut geht sind wir Mittags dort." Er zeige auf eine Kiste die an der Seitenwand der Hütte stand. "Darin ist meine alte Grubenlampe eine Ölflasche und ein paar Fackeln, falls ihr welche nehmen wollt." Ulath dachte sich, es kann nicht Schaden, so gefährlich klang das gar nicht mit der Höhle und nahm die Lampe. Sajet und Derlaf schnappten sich einige Fackeln und die Gruppe folge dem Zwerg, der sie auf den Hauptweg zurück und weiter zum Gebirge hin führte.

Der Weg war aufgeweicht und schlecht zu gehen. Der starke Regen vom Vortag hatte Schlamm und Pfützen zurückgelassen. Wenigstens regnete es nicht mehr. Die langsam ansteigende Temperatur führe dazu, dass Nebelschwaden durch den Wald zogen. Glücklicherweise war die Sicht so weit frei, dass der Weg gut zu sehen war und die Gruppe auch Feinde rechtzeitig bemerken würde. Dem Streuner und dem Fuchs schien der Nebel zu gefallen, sie waren bereit wieder im Wald verschwunden. Xera schüttelte verwundert den Kopf. Der Weg war schon nass genug vom Regen, sie hatte kein Bedürfnis auch noch gegen das Wasser von dem Bäumen und Büschen anzukämpfen. Krasnegar, der mit Ulath und Thorwyn an der Spitze der Gruppe lief, diskutierte das weitere vorgehen. Der Zwerg war sehr dafür die Elfe zurückzulassen und den Weg über Gebirge zu wählen. Der war zwar länger, aber man kannte seine Feinde. Vielleicht verhielten sich die Goldgräber ja auch friedlich.

Xera versuchte die Worte der anderen zu verstehen, aber es gelang ihr nicht, sie sah nur wie Ulath mehrfach den Kopf schüttelte. Nun ja eigentlich würde sie es bedauern wenn sie nicht weiter mitkommen dürfte. Bisher hatte sie außer den Elfen in ihrem Dorf und einigen wandernden Händlern kaum jemand kennen gelernt. Sie hatte ihr Dorf verlassen um die Welt zu entdecken und so war ihr Aidan mit seinem Wunsch die Prinzessin zu befreien gerade zur rechten Zeit über den Weg gelaufen. Als dann noch die anderen dazukamen wurde es immer interessanter. Diese Menschen waren ja so verschieden. Ulath dieser Riese, aber auch der unauffällige Streuner, der Magier und starke Sajet, alles war so interessant und neu. Selbst der Zwerg. Sie hatte noch nie zuvor einen gesehen, nur Gerüchte über die Zwerge gehört. Im Dorf war man nicht gerade gut auf sie zu sprechen, aber einen Grund dafür konnte ihr keiner nennen.

Die Göttin Tsar war ärgerlich. Sie ärgerte sich darüber, dass dieser Hüne diesen kleinen, unschuldigen Hasen benutzt hatte! Dass dieser Hase getötet worden war, um einem anderen etwas vorzuspiegeln! Gerade trug sie den Hasen fort, um ihm eine Neue Form zu geben, und dort abzusetzen, wo der Hüne niemals hinkommen würde. Sie dachte nach, und beschloss, diesem Hünen eine Lektion zu erteilen. Notfalls würde sie sich mit Prejus oder Rondar zusammensetzen...

Prejus war nicht sehr beeindruckt oder interessiert, als Tsar mit dem Körper des geschundenen Hasen ankam ("...wie war das jetzt gleich, es geht um einen HASEN????"), doch in Rondar, der jeder feige Kampf zuwider ist, fand die Göttin die erwartete Fürsprecherin. Tatsächlich waren die beiden Gleichgesinnten schon dabei, Maßnahmen gegen den Hünen einzuleiten, als er den Zuspruch von ganz unerwarteter Seite erhielt: nämlich von Borrun! "Wisset, dass dieses Wesen unter Borruns Gnade wandelt!" Der folgende Disput brachte nicht sehr viel, da es nie Borruns Art gewesen war, viele Worte zu machen. Und auch jetzt bequemte er sich zu keiner Erklärung.

Man einigte sich schließlich darauf, den Dingen ihren natürlichen Lauf zu lassen. Es sollte keine Götterhand in das weitere Geschehen eingreifen. Zur Bekräftigung wurde Prejus erkoren, über die Einhaltung der Vereinbarung von beiden Seiten zu wachen.

Nach einiger Zeit wurde der Weg steiniger und etwas steiler. Die Bäume lichteten sich. Auch der Nebel hatte sich verzogen. Das Gebirge war jetzt schon gut zu sehen. Die Gruppe kam gut voran. Es war etwas stiller geworden. Der steilere Weg bereitete vor allem Aidan einige Mühe. "Ich sollte wohl öfters mal meine Kneipe verlassen und wandern gehen" dachte er. Gegen Mittag kamen sie auf eine Lichtung unmittelbar an einem Gebirgshang. Der Weg endete scheinbar hier. Auf der Lichtung waren noch Reste von Bauwerken, wahrscheinlich Baracken zu sehen. Krasnegar verwies auf eine noch ganz gut erhaltene Baracke der nur das Dach fehlte. "Dort können wir rasten, dort hinten am anderen Ende der Lichtung geht ein schmaler Pfad weiter ins Gebirge. Der Eingang zur Höhle ist auch hier in der Nähe aber von einigen Büschen zugewachsen. Ich würde vorschlagen die Elfe, Fuchs und Streuner suchen mal die Gegend nach Nahrung ab. Unser Sänger kümmert sich um ein Feuer und wir anderen versuchen den Höhleneingang zu finden. Falls ihr euch über die Baracken wundert, als wir noch in der Höhle gearbeitet haben hatten einige Händler hier ihre Lager. Nachdem wir die Höhle vor 50 Jahren verlassen haben ist alles verfallen."

Keiner in der Gruppe hatte etwas gegen den Vorschlag des Zwerges einzuwenden und so verschwanden Xera, der Streuner und der Fuchs im Wald um nach Nahrung zu suchen. Aidan stöberte in den verfallenen Baracken und fand einige brennbare Holzteile und einen alten verrosteten Topf. In der Baracke auf die der Zwerg hingewiesen hatte fanden sich noch die Überreste eines Kamins und Aidan hatte keine Probleme ein Feuer anzuzünden. Die Baracke hatte sicher schon einigen Reisenden zur Rast gedient. Drei Wände waren erhalten und sie bot schon einen gewissen Schutz. Sein Begleiter Bärenpfote fand die Wärme des Feuers angenehm und streckte sich neben dem Kamin aus. Aidan lächelte und kraulte den Hund: "Bewach das Feuer, ich komme gleich wieder!" Er nahm den alten Topf und ging zu dem Bach, den er am Rand der Lichtung gesehen hatte. Er wollte sehen, ob sich der Topf vielleicht zum Teekochen eignete. Krasnegar führe die anderen inzwischen zur Felsenwand. "Wo ist denn hier eine Höhle?" frage Ulath. Der Zwerg lächelte und nahm seine Axt und begann auf einen Busch einzuschlagen. "Zuerst ist noch etwas Arbeit notwendig!" Sajet sah sich die Stelle genauer an. Tatsächlich hinter den Büschen war eine dunkle Fläche zu erkennen. Das konnte eine Holztür sein. Vorläufig konnte sie nicht viel anderes machen als zu versuchen Krasnegar und Ulath, der inzwischen auch zur Axt gegriffen hatte, nicht im Weg zu stehen.

Es dauerte eine Weile bis die Büsche soweit zurückgeschlagen waren, dass die Tür oder besser der zugenagelte Höhleneingang vollständig zugängig war. Also in den letzen Jahren war hier wirklich niemand. Quer über die ursprüngliche Tür hatten die Zwerge Bretter genagelt um zu verhindern, dass jemand die Höhle aus Versehen betrat. Die Natur tat dann ein übriges die Spuren zu verwischen.

Irgendwo... Irgendwo in der großen Weite, An einem Waldrand, neben einem umgestürzten Baum, Da kam ein kleines Hasenjunge zur Welt. Es würde sich wohl fühlen...

Thorwyn sonderte sich etwas von der Gruppe ab. Das Schwert "verspürte" offenbar wieder einmal den unstillbaren Drang, ihn vollzulabern. "Also, wenn ich mich recht erinnere," fing das Schwert an, "fühlte sich das Fleisch des Ogers so ähnlich an, wie das des Waldmenschen damals, mit dem mein Vorbesitzer eines Tages zu tun hatte." Es machte den Eindruck, als ob es sich "erinnern" würde... "Damals," fing es wieder an, "war mein früherer Besitzer auf einer Reise, mit ein paar Mitreisenden, durch ein Gebirge. Also, was das für ein Gebirge war, weiß ich nicht, ich bin ja kein Geograph. Aber da wurden wir plötzlich von Waldmenschen angegriffen! DAS war vielleicht ein Kampf, kann ich Ihnen sagen! Mensch gegen Waldmensch! Schwert gegen Keule! (Obwohl, ich muß sagen, Keulen sind doch ziemlich hart! Mich hätt's damals beinahe zerissen!) Mein Vorbesitzer rammte mich ein paar Mal in das Fleisch dieser grässlichen Waldmenschen hinein, und dann plötzlich war der Kampf vorbei. Wir hatten gesiegt! Und das war auch gut so gewesen, denn sonst wäre ich womöglich in der kalten Erde verrostet! Nicht auszudenken!" Das Schwert stoppte plötzlich. "Ich glauube, ich werde heiser!" stieß es plötzlich mit rauher Stimme hervor. "Ich glaube, ich sollte jetzt mal für eine Weile lang still sein!" Thorwyn seufzte erleichtert. Dann wandte er sich wieder den anderen zu.

Krasnegar riß die Bretter mit seiner Axt herunter und öffnete die Tür. "Die ist ja nicht mal verschlossen!" wunderte sich Ulath. "Wozu? Die Bretter dienen nur dazu zu verhindern, dass einer ausversehen reingeht, wir wollten doch nicht verhindern, dass evtl. einer der Vermißten nicht mehr raus kann." "Also haben wir auch keine Probleme mit der Tür auf der anderen Seite?" Krasnegar schüttelte den Kopf: "Nein sicher nicht. Die Bretter sind morsch. Aber ihr solltet trotzdem den Eingang anschließend wieder etwas sichern." Ulath schaute in die Öffung. Nicht viel zu sehen. Naja ohne Fackeln war das auch nicht anders zu erwarten. Die Luft war abgestanden aber es roch nicht ungewöhnlich. Nun gut. Erst mal würden sie eine Rast einlegen und entscheiden, wie es weiter geht. Ulath sah sich um, Thorwyn war verschwunden und Eolus auch nicht zu sehen. Er zuckte mit den Schultern, sie würden schon wieder auftauchen. Ulath winkte Sajet, Krasnegar und Derlaf und sie gingen gemeinsam zu der Baracke, die der Zwerg Aidan gewiesen hatte. Der Barde hatte inzwischen den Topf für verwendungsfähig erkannt und Wasser mit einigen Kräutern erhitzt. Ulath und Krasnegar würden den Tee sicher ablehnen, aber Sajet und Xera schätzen bestimmt einen warmen Trank. Aidan setze sich neben Bärenpfote, um auszuruhen und auf den Rest der Gruppe zu warten. Die Wolken waren etwas aufgezogen und die Sonne war ab und zu zu sehen. Sie hatte etwa ihren höchsten Stand erreicht und schien gerade in die Baracke deren Südwand fehlte.

Es war nachmittag, und bis auf den Streuner und dem Fuchs, die die nähere Umgebung auskundschafteten, hatte sich die gesamte Gruppe wieder zusammengefunden. Ulath hatte sich weit vorgebeugt und in den tiefschwarzen Schlund der Höhle geschaut. "Hat jemand an Fackeln gedacht?" Krasnegar schob sich wortlos nach vorne und reichte ihm eine. "Hinten, im weiteren Verlauf des Ganges, müßte eigentlich ein ausreichender Vorrat bereitliegen." "Hat jemand Feu...?" Wie aus dem nichts tauchte der Streuner neben Ulath auf und reichte ihm Feuerstein und Zunder. "Keine Menschenseele zu sehen..." Der Streuner hatte den östlichen Teil der Schlucht ausgekundschaftet. Ulath entzündete die Fackel und hielt sie so, dass der Lichtschein den Anfang des Ganges erhellte. "Ihr wollt wirklich in dieses Labyrinth?" fragte Krasnegar zweifelnd. "Da ist es nicht geheuer, sage ich Euch..." "Ach was, sei nicht so abergläubisch!" meinte Thorwyn. "Wenn Deine Karte korrekt ist..." "Ich habe sie selber angefertigt!" Krasnegars Stimme klang leicht beleidigt. "Aber ich finde trotzdem..."

Plötzlich tauchte der Fuchs mitten in der Gruppe auf und erstattete, ein wenig atemlos, Bericht. "Wir sind nicht alleine hier. Außerhalb unserer Hörweite, in einem kleinen Wäldchen, liegt ein großes Lager. Ich habe viele Stimmen gehört und ich habe Menschen..." Der Fuchs brach ab. Beinahe hätte er "Menschen gewittert" gesagt. Er mußte besser aufpassen, wenn er sein kleines Geheimnis bewahren wollte. "Ein Lager? Wahrscheinlich Goldgräber!" meinte Krasnegar. "Wir sollten in der momentanen Situation möglichst jeden Kontakt vermeiden..." "Ja, schon, aber es gibt da ein Problem..." meinte der Fuchs. "Als ich näherschleichen wollte, habe ich ein schreckliches Schreien gehört. Gefolgt von einem brüllenden Gelächter. Da bin ich dann zurück, um euch zu berichten." "Was geht das uns an? Wenn sich die Gräber nun gegenseitig umbringen" meinte Eolus kalt. "Wir können das nicht einfach ignorieren!" Sajet sah den Magier böse an. "Was ist, wenn die Menschen einen unschuldigen Elfen gefangen haben und ihn nun foltern? Wir müssen zumindest nachschauen, was da los ist." Xera blickte die Südländerin dankbar an. "Ich stimme auch dafür!" "Sollten wir uns aufteilen?" fragte Derlaf. "Ein Teil von uns bleibt hier, ein anderer geht in den Stollen?" "Es ist ein sehr großes Lager! Viele Menschen!" Der Fuchs sah beschwörend in die Runde. "Wir sollten zunächst zusammenbleiben!" entschied Ulath. "Aber es wird nicht einfach sein, sich am helligten Tage an das Lager heranzuschleichen!" Der Streuner und der Fuchs rümpften verächtlich ihre Nasen.

Erstaunlicherweise war es Eolus, der selbstlos vorschlug, sich unsichtbar anzuschleichen. Doch Xera unterbrach ihn: "Ich übernehme das schon. Und ich nehme Krasnegar mit, der kennt die Goldgräber am besten..." "WIE MITNEHMEN? Vielleicht wollt ihr mich auch noch unsichtbar machen, WAS? Ich will nichts mit diesem faulen Zauber zu tun haben..." Krasnegar geriet langsam wirklich in Rage. Es waren schließlich wieder Sajet und Thorwyn, die ihn überzeugen konnten. Und so nahm Xera den alten Zwerg bei der Hand und zog ihn in Richtung des Lagers. Der Fuchs begleitete sie ein Stückchen, um ihnen den genauen Weg zu zeigen. Als Xera damit begann sich unsichtbar zu machen und natürlich auch alles, was sie in der Hand hielt, lächelte der Fuchs, als er sah, wie Krasnegar krampfhaft die Augen geschlossen hielt. Kurze Zeit später war das ungewöhnliche Paar verschwunden und der leicht besorgte Fuchs wendete sich wieder zurück zu seinen wartenden Kameraden...

Der Streuner schaute den beiden nach... So etwas hatte er auch noch nicht gesehen. Er hatte zwar immer schon Geschichten gehört, von Leuten, die sich unsichtbar herumschleichen würden, aber es nicht recht geglaubt, solange er es nicht mit eigenen Augen gesehen hatte. So ähnlich wie mit dem Einhorn... Er war wenigstens froh, dass er einigermaßen in der Dunkelheit schleichen konnte. Er hatte lange und hart dafür trainieren müssen. Er war nun froh, so gut darin zu sein, denn er dachte, dass das für ihn sicherer sei. Er war überrascht, dass es noch mehr Leute gab, die ähnlich lautlos vorgehen konnten wie er. Da war zum Einen die Elfe Xera. Mit Elfen hatte er noch nicht sooo viel zu tun gehabt. Aber er sah nun, dass es noch mehr verschiedene "Elfenkulturen" gab; denn diese war ganz eindeutig eine Waldelfe, wie er aus dem, was er wusste, erkannte. Und Waldelfen, so folgerte er, waren ganz besonders gut im Schleichen im Walde. Zum Zweiten war da dieser Typ, den alle "den Fuchs" nannten. Ein komischer Geselle! Er hatte Dinge an sich, die ihm nicht so recht, nun, menschlich erschienen. Er dachte bei sich, dass dieser Typ auch schon erstaunlich gut im Schleichen war, und im Erkennen von Gefahren. Er würde sich gut als Waldläufer machen. Aber da war wohl noch mehr?!?

Der Streuner seufzte, und hoffte, dass diese ganze Aktion mit der Höhle funktionieren würde. Er fragte sich, ob es gut war, dass alle in die Höhle gehen würden, oder ob nicht besser einige außerhalb der Höhle bleiben sollten? Schliesslich waren sie zwar einigermaßen mit Vorräten bestückt, aber was kam hinter dem Gebirge? Würden ihre Vorräte dazu ausreichen? Und was war das für ein seltsames Lager, was der "Fuchs" entdeckt hatte? Stellte es eine Gefahr dar? Er verspürte den Drang, sich das Ganze selber einmal anzusehen, widerstand aber, da er sich dachte, mit zwei unsichtbaren Kundschaftern wäre das alles doch um einiges einfacher - und sicherer! Somit waren seine Gedanken wieder zum Ausgangspunkt zurückgekehrt.

Eolus zuckte mit der Schulter und sah der Elfe hinterher. Leise lächelnd sah er die Verwandlung und drehte sich dann um, "Könnten wir dann, oder warum stehen wir hier noch so wie angewurzelt in der Gegend?" Er sah die anderen abwartend an: "Wie sieht es aus, stürmen wir die Höhle oder habt ihr sonst noch eine Taktik, Marschreihenfolge, Sicherheitsvorkehrungen?"

Er hatte sein Schwert auf dem Rücken und seinen Stab fest in der Hand. Abwartend strich er mit der anderen Hand zärtlich über den Stab, er spürte die Kraft, die das Holz durchfloss, wie seinen Körper, mit einer Geste ließ er eine leuchtende Kugel von Kopfgröße erscheinen, die sich über dem Stab bildete: "Wohlan, lasst uns die Höhlen erobern!" und trat in den vom Licht erhellten Eingang...

Ulath schüttelte den Kopf. Dieser Magier! "Geh ruhig inzwischen etwas inspizieren. Ich denke wir anderen warten hier bis die Elfe und der Zwerg zurück sind. Mal sehen ob unser Musiker ein Feuer anbekommen hat." Er ging zu der Baracke wo er Aidan vermutete, die anderen folgten ihm. Eine kleine Pause vor dem Sturm auf die Höhle würde bestimmt guttun. Allerdings konnte sich Ulath ein Lächeln nicht verkneifen, als er Aidan schlafend neben den inzwischen fast erloschenem Feuer vorfand. Wenigstens war noch genug Holz vorhanden es wieder etwas anzufachen.

"Gute Idee," meinte Sajet mit einem Blick auf den schlafenden Aidan. "Die Sonne geht bald unter. Sammeln wir noch ein paar Kräfte bis die beiden zurück kommen. Wer übernimmt die erste Wache?" "Ich wollte mir eh nochmal die Karte anschauen," meinte Ulath. "Legt ihr Euch ruhig ein wenig hin oder schaut Euch die Gegend genauer an."

Sajet zog Aidans Decke aus seinem Gepäck und deckte den Barden zu. Sobald erst einmal die Sonne unterging, würde es empfindlich Kalt werden. Hakenhand hatte sich bereits in seine Decken gewickelt und begann lauthals zu schnarchen. Der Fuchs saß mit geschlossenen Augen an der Nordwand, aber Sajet bezweifelte, dass er wirklich schlief. Sajet wickelte sich neben Aidan in ihre Decke.

Sajet lief durch die Dünen. Sie liebte es, den noch heißen Sand unter ihren bloßen Füßen zu spüren und den herrlichen Sternenhimmel über sich zu betrachten. Vor ihr erhob sich der alte Tempel aus dem Sand. Orju, ihr Ziehvater, war der letzte Priester dieser fast vergessenen vier Götter. Ihr Stamm war der letzte, der diesen alten Kult noch ausübte. Orju hatte immer gehofft, dass sie die nächste Priesterin werden würde. Er hatte immer behauptet, dass die Götter sie dazu bestimmt hätten und auch die Umstände, wie man sie in der Wüste gefunden hatte, dafür sprächen. Aber Sajet hatte nie eine Verbundenheit zu den vier Gottheiten verspürt. Nun ja, wenn sie ehrlich war hatte sie auch nie danach gesucht. Alles Übersinnliche bereitete ihr Furcht. Ob das nun Geister und Dämonen oder Götter waren.

Am Eingang des Heiligtums zögerte sie kurz. Die Kraft, die von den alten Mauern ausstrahlte, war erschreckend. Sie hatte viele heilige Orte während ihrer Reise kennen gelernt und an allen eine machtvolle Ausstrahlung wahrgenommen. Aber nirgendwo war sie so intensiv gewesen wie in diesem kleinen unscheinbaren Tempel. Sajet straffte sich und trat ins Heiligtum.

Der Raum war nicht sehr groß und wurde von den vier lebensgroßen Gottheiten dominiert. In der Mitte des Raumes stand ein schlichter steinerner Opfertisch. Sajet besah sich die vier Gottheiten. Links saß Sa, die Göttin mit dem Katzenkopf und dem Schwert in der Hand. Sa bedeutete Erde in ihrer Sprache. Sie war Sajets Schutzgöttin und von ihr hatte sich auch den Namen bekommen. Sajet, was soviel wie Tochter der Erde hieß. Sa war für alles verantwortlich, was die Menschen betraf. Neben Sa stand Ju, was soviel wie Wasser bedeutete. Ju hatte einen Fischkopf und hielt eine Scheibe in der Hand, auf der unzählige Tiere und Pflanzen eingraviert waren. Wasser bedeutete Leben, und Ju war der Erschaffer und Bewahrer alles Lebendigen. Alles Leben kam nach dem Glauben ihres Stammes aus dem Wasser, und darum durfte auch keinem Tier aus dem Wasser Schaden zugefügt werden. Neben Ju stand Ma die Kobra. Ma bedeutete in ihrer Sprache Geheimnis und für alles Geheimnisvolle und Übersinnliche stand diese Göttin. Ma brachte den Tod und die Weisheit zu den Menschen. Neben Ma stand dann noch To, der Himmel. Dieser falkenköpfige geflügelte Gott stand für die Wahrheit und die Ewigkeit. Sprach man die Namen der Götter zusammen aus, ergaben sie das Wort Sajumato, was Welt bedeutete. Wie immer, mußte Sajet auch diesmal über das Wortspiel lächeln. Als Sajet sich umdrehen wollte um den Raum wieder zu verlassen, verschwammen die Wände und sie stand auf einer Waldlichtung mit einem kleinen Fischweiher. "Glaubst Du wirklich, dass Du dein Schicksal ändern kannst, Sajet?" Die Stimme, die hinter ihr diese Frage stellte, war sanft wie der Wind, der in den Bäumen säuselte. "Dein Schicksal ist unabänderlich, Sajet," zischte eine zweite Stimme rechts neben ihr. "Warum kannst Du uns und Deinen Fähigkeiten nicht vertrauen, Kind?" fragte eine dritte Stimme von links. "Komm zu mir, Sajet." Diese vierte Stimme kam geradewegs aus dem Fischweiher vor ihr. "Komm und sieh, was vor Dir liegt, und höre den Auftrag, den wir für Dich haben."

Zögernd trag Sajet an den Fischweiher und schaute hinein. Das Wasser färbte sich schwarz und auf einmal stand sie in einer toten Landschaft. Verendete Tiere und Menschen lagen überall. Die Bäume waren nur noch vertrocknete Gerippe, und die Erde ein schwarzer stinkender Sumpf unter ihr. Ein erstickter Schrei entwich Sajets Lippen, als sie die Zerstörung um sich herum betrachtete. Plötzlich erstarrte sie. Eine Horde Dämonen tauchte vor ihr auf. Angeführt von einem so grauenerregenden Wesen, dass menschliche Worte nicht in der Lage waren, es zu beschreiben. Wie eine eiskalte Hand griff die Furcht nach Sajet und sie glaubte jeden Moment das Bewußtsein zu verlieren. Da änderte sich die Landschaft wieder und sie befand sich am Fischweiher. Eine sandfarbene Katze saß neben ihr am Rand des Teiches, und zu ihren Füßen ringelte sich eine weiße Kobra.

"Was Du gesehen hast Kind, könnte die Zukunft dieser Welt sein, wenn niemand diese Kreatur aufhält," sprach die Katze zu ihr. "Dies ist Dein wirklicher Feind und nicht der Lindwurm. Er wird Dich nur in die richtige Richtung lenken. Halte Augen und Ohren offen und Du wirst auf mächtige Verbündete gegen diesen Feind stoßen. Dieses Armband mit den vier Amuletten wird Dir in diesem Kampf beistehen. Ihre Macht wird sich Dir nach und nach offenbaren." "Rüste Dicht gut für diesen Kampf Sajet," zischte die weiße Kobra zu ihren Füßen. "Und bereite auch Deine Kameraden vorsichtig vor. Aber vergiß nie, dass der Feind oft in der Verkleidung des Freundes erscheint, Sajet."

Ruckartig setzte Sajet sich auf. Die Kleider klebten ihr an der schweißnassen Haut. Der kühle Nachtwind aus den Bergen ließ sie frösteln. Nur ein Traum, murmelte sie und hüllte sich wieder in ihre Decke. Da fiel ihr Blick auf das Armband an ihrem Handgelenk. Ein Armband mit den heiligen vier Tieren ihrer Götter. Eine eisige Kälte breitete sich in ihr aus. Es war, als ob sie wieder die Schlange in ihrem Traum hören könnte, wie sie zischte: "Dein Schicksal ist unabänderlich, Sajet..."

Siehe auch[]

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